Garten gestalten: 10 Tipps, um Ihren Garten zu verbessern
- 13. März
- 17 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Apr.

Die schönsten Gärten haben eines gemeinsam: Man kann sie einfach nur lieben.
Man fühlt sich dort vom ersten Moment an wohl.
Es sind Orte, an denen man sich gerne aufhält und alles geniesst, was sie zu bieten haben.
Die meisten Gärten weisen dieselben wenigen, wiederkehrenden Probleme auf, die verhindern, dass sie ruhig und stimmig wirken.
Die folgenden zehn Punkte zeigen, wo Gärten am häufigsten Schwächen aufweisen und wie sich diese gezielt verbessern lassen.
10 Expertentipps, die den Unterschied machen
1) Zeigen Sie nicht alles auf einmal
Der schnellste Weg, einen Garten wenig überzeugend wirken zu lassen? Zeigen Sie alles auf einmal.
In der Praxis geschieht dies meist aus zwei Gründen:
Nichts hält den Blick
Es gibt gar nichts zu sehen. Der Garten hat uns nichts zu bieten. Der Rasen hat keine bewusste Form; er folgt lediglich dem Grundriss des Hauses. Es gibt keine Beete oder Rabatten. Der Blick findet keinen Halt.
Stattdessen schweift unser Blick nach draussen, zu den Nachbarhäusern, ihren Wäscheständern, Trampolinen, Klimaanlagen und Wärmepumpen.
Wenn einem Garten Substanz fehlt, lässt sich der Blick nicht kontrolliert und gezielt führen.
Und wird der Blick nicht bewusst auf etwas Angenehmeres gelenkt, bleibt er bei dem, was gerade vorhanden ist – ob es uns gefällt oder nicht.
Bepflanzung an die Grundstücksgrenze gedrängt
Das zweite Problem tritt ebenso häufig auf. Es gibt zwar eine gewisse Bepflanzung, doch sie wird an der Grundstücksgrenze gedrängt und auf einen schmalen Streifen entlang der Grundstücksgrenze beschränkt.
Das Ergebnis ist ein Garten, der allein durch die Form des Grundstücks bestimmt wird, und diese wirkt nur selten vorteilhaft.
Was übrig bleibt, ist eine leere, exponierte Fläche ohne Tiefe, ohne Struktur und ohne Spannung. Die Grundstücksgrenze wird zum einzigen Bereich, der den Blick auf sich zieht, einfach weil es der einzige Ort ist, an dem etwas passiert, an dem überhaupt Bepflanzung vorhanden ist.
Ein Garten, der alles auf einmal zeigt, hat keine Narrative, keine Erzählung. Er wirkt flach und emotionslos. Ihm fehlt die Fähigkeit, uns zu berühren. Er ist sofort erfasst und ebenso schnell wieder vergessen.
Gute Gärten tun das Gegenteil. Sie halten etwas zurück.
Sie führen den Blick gezielt und lenken unsere Bewegung durch den Raum. Sie wecken unsere Neugier, laden uns dazu ein, ihn zu entdecken, und erzeugen ein Gefühl von Erwartung und Freude.
Gut gestaltete Gärten bezaubern uns mit Überraschungen und Entdeckungen.
Deshalb legen wir Wege, die den Blick von der Begrenzung weg und auf etwas Interessantes lenken. Wir platzieren Skulpturen, die als Blickpunkte dienen. Wir versperren Ausblicke durch Hecken oder Mauern. Wir nutzen Bäume, um weniger attraktive Ausblicke in der Ferne zu verdecken. Wir setzen Pflanzen ein, um den Blick teilweise zu verdecken und so anzudeuten, dass sich auf der anderen Seite noch mehr vom Garten verbirgt.
Bepflanzung ist ein wirkungsvolles Gestaltungsmittel, wenn wir den Blick gerade so weit unterbrechen wollen, dass sich der Garten nicht auf einen Blick erschliesst und dennoch Einblicke zulässt.
Ziel ist es nicht, alles zu verbergen, sondern den Garten nach und nach erfahrbar zu machen.
2) Setzen Sie auf üppige Bepflanzung
Das mag zunächst widersinnig und sogar unnatürlich erscheinen. Ein zwei Meter breiter Streifen nackten Bodens, der darauf wartet, bepflanzt zu werden, erscheint schnell überdimensioniert und wirft oft Fragen auf.
Doch genau hier liegt der entscheidende Unterschied. Gestalten Sie die Beete so grosszügig, wie es Ihr Garten zulässt.
Die Tiefe der Beete und Rabatten verleiht einem Garten räumliche Wirkung und spürbare Qualität und garantiert einen Wow-Effekt.
Selbst in einem sehr kleinen Garten sollte kein Beet schmaler als 60 cm sein, und das ist bereits die untere Grenze. Eine schmale Pflanzfläche kann funktionieren, wenn andere im selben Garten deutlich breiter angelegt sind. Wo es der Raum zulässt, sollten Sie jedoch ohne Zögern grosszügiger planen.
Wenn der Rasen die Oberhand gewinnt
Ein Garten kann nicht ausgewogen wirken, wenn der Rasen den Raum dominiert und das Verhältnis von Rasenfläche zu Bepflanzung deutlich zugunsten des Rasens ausfällt.
Wenn der Grossteil der Fläche dem Rasen überlassen wird und die Bepflanzung auf schmale Streifen von 50 cm oder weniger reduziert ist, was erstaunlich häufig vorkommt,wirkt das Ergebnis nicht wie ein Garten, geschweige denn ein anspruchsvoll gestalteter Garten.
Die Tiefe eines Pflanzbeets ist entscheidend. Es lässt Ihren Garten einladender wirken und ermöglicht eine deutlich bessere Schichtung, wodurch Tiefe, Spannung und Interesse entstehen. Pflanzen Sie in Schichten (Unterpflanzung, Zwiebeln, Stauden, Sträucher, Bäume) und integrieren Sie immergrüne Pflanzen für eine ganzjährige Struktur.
Besonders wichtig ist das entlang der Grundstücksgrenzen. Grosszügige Pflanzflächen lassen diese Grenze verschwimmen und verhindern, dass der Blick sofort auf Zäune oder Hecken fällt.
Fehlen solche Beete oder sind sie zu schmal, fällt der Blick direkt auf Zäune und Hecken, was wir in der Gestaltung bewusst zu vermeiden versuchen.
Die Regel ist einfach: Wo auch immer das Pflanzbeet angelegt wird, ob in der Nähe einer Terrasse, entlang einer Pergola oder am Grundstücksrand, gestalten Sie es so grosszügig wie möglich.
3) Reduzieren Sie die Pflanzenvielfalt
Stellen Sie sich eine einfache Frage: Wirkt Ihre Bepflanzung ruhig oder überladen? Ziel ist Ruhe.
Ruhe sollte nicht mit Leere gleichgesetzt werden, und Ruhe bedeutet auch nicht Langeweile.
Es geht einfach darum, zu viele unterschiedliche Texturen, Farben und Formen zu vermeiden, die gleichzeitig um Aufmerksamkeit konkurrieren.
In sehr kleinen Gärten können Sie sich auf etwa fünf Pflanzenarten beschränken und dennoch eine gute Schichtung erzielen. Das Ergebnis ist oft weitaus harmonischer als eine überladene Mischung. In kleinen Gärten reichen etwa zehn Sorten aus.
Mit weniger Pflanzen lässt sich Zusammenhalt deutlich leichter erreichen. Das Auge braucht Orte zum Ausruhen und Muster, denen es folgen kann. Rhythmus und Wiederholung schaffen genau das. Zu viele verstreute Pflanzen durchbrechen diesen Rhythmus und erzeugen visuelle Unruhe.
Viele Baumärkte und schlecht sortierte Gartencenter verstärken dieses Problem, indem sie zu kleinen, gemischten Käufen verleiten, oft schlicht, weil einzelne Sorten nicht in ausreichender Menge verfügbar sind. Das Ergebnis ist eine Bepflanzung, die eher unruhig als ruhig und eher verwirrend als harmonisch wirkt.
Hier zeigt sich der Wert eines Pflanzplans. Er legt fest, was gepflanzt wird und in welchen Mengen, und verhindert zufällige, unkoordinierte Entscheidungen. Er gibt eine klare Liste vor und widersteht die Versuchung, im Gartencenter von allem ein wenig mitzunehmen, was häufig zu enttäuschenden Ergebnissen führt.
4) Störende Elemente erkennen und gezielt behandeln
Prinzip: zuerst identifizieren, dann entscheiden, ob behalten, versetzen oder entfernen.
Gartendesigner lieben Blickpunkte. Durchdachte, gut ausgewählte Blickpunkte. Ziel ist es, den Blick auf etwas Bestimmtes zu lenken, ohne das Auge zu verwirren, zu überfordern oder es mit unnötiger visueller Unruhe zu konfrontieren.
Das Problem ist, dass viele Gärten von Elementen geprägt sind, die nie als Hauptattraktionen gedacht waren und dennoch diese Rolle einnehmen. Wir nennen sie zufällige Blickpunkte.
Das kommt häufiger vor, als man denkt. In vielen Gärten ziehen solche Elemente die Aufmerksamkeit auf sich, lenken vom Wesentlichen ab und übernehmen eine Rolle, die ihnen nie zugedacht war.
Sehen wir uns einige typische Beispiele an:
Trampoline
Wir raten unseren Kunden immer, ehrlich zu hinterfragen, ob das Trampolin noch regelmässig genutzt wird. In vielen Fällen lautet die Antwort „nein“. Wenn es keinen Zweck mehr erfüllt, sollte man es entfernen. Der Platz, den es einnimmt, ist gross und wertvoll, besonders in kleinen bis mittelgrossen Gärten.
Wenn es doch bleiben muss, muss es richtig integriert werden. Ein versenktes Trampolin, umrahmt von üppiger Bepflanzung, wirkt deutlich ruhiger als ein hohes, freistehendes Modell. Alternativ können Sie es mit einer Fertighecke abschirmen, die von Anfang an gross genug ist, um einen wesentlichen Teil seiner Höhe zu verdecken.
Und denken Sie immer einen Schritt voraus. Kinder werden gross. Mit der Zeit kann sich dieser Bereich zu etwas Raffinierterem entwickeln, das das Gesamtdesign schön unterstützt. Eine ruhige Leseecke, ein Ort für morgendliches Yoga, eine Feuerstelle für späte Abende mit Freunden oder sogar ein von Hecken umgebener Gemüsegarten.
Spielgeräte
Spielgeräte sind heutzutage oft sehr plastisch und übermässig bunt, mit kräftigen Grundfarben, die sofort ins Auge fallen. Schon für sich allein dominieren sie den Raum und wirken noch störender, wenn ein ruhiger, ausgewogener Garten entstehen soll.
Wo möglich, sollten neutrale Farben und natürliche Materialien gewählt werden. Spielgeräte aus Holz sind angenehmer für das Auge und lassen sich deutlich besser in die Gesamtgestaltung integrieren.
Wenn Sie einen geeigneten Baum haben, wirkt eine einfache, daran aufgehängte Schaukel immer natürlicher und einladender als ein aufdringliches, freistehendes A-förmiges Schaukelgestell.
Es lohnt sich auch zu überlegen, was tatsächlich genutzt wird. In vielen Gärten werden einige Elemente regelmässig genutzt, während andere kaum angerührt werden. Entfernen und verkaufen oder verschenken Sie, was nicht mehr gebraucht wird.
Richten Sie anschliessend einen klar definierten Spielbereich in einem Teil des Gartens ein mit wenigen, aber häufig genutzten Elementen. Dieser kann so platziert werden, dass Eltern bequem sitzen und den Bereich im Blick behalten können. Das funktioniert deutlich besser, als wenn mehrere Spielgeräte über den gesamten Garten verstreut sind.
Hochbeete
Hochbeete werden oft mit guten Absichten angelegt. Sie erleichtern den Gemüseanbau, schonen den Rücken und können wunderschön aussehen, wenn sie harmonisch in den Garten integriert sind.
Das Problem sind die Grösse und der Massstab. Sind Hochbeete zu gross, zu hoch oder im Verhältnis zum Garten zu dominant, ziehen sie sofort Aufmerksamkeit auf sich. Sie werden zu zufälligen Blickpunkten, was selten gewünscht wird.
In vielen Regionen sehen sie zudem über weite Teile des Jahres, insbesondere im Herbst, im Winter und im Frühjahr, traurig, leer oder ungepflegt aus. Und selbst in ihrer besten Phase bieten Gemüsepflanzen nur begrenzt dauerhafte gestalterische Qualität oder visuelles Interesse.
Die Vorstellung eines bildschönen Gemüsebeets ist oft reizvoller als die Realität.
Als Grundregel gilt: Vermeiden Sie sehr hohe und übermässig lange Hochbeete. Niedrigere, kleinere Beete wirken ruhiger, für das Auge weitaus angenehmer und fügen sich harmonischer in die Gesamtkomposition des Gartens ein.
Ein weiteres häufiges Problem ist die Platzierung.
Wenn man ein langes, rechteckiges Hochbeet parallel zu einem langen, schmalen Teil des Gartens anordnet, betont dies nur die Enge des Raums und lässt ihn noch schmaler wirken.
Wird der Bereich hingegen durch mehrere kleinere Beete gegliedert, die senkrecht zum Raum platziert werden, öffnet sich der Raum, wirkt breiter und deutlich einladender.
Je nach Stil Ihres Hauses und Ihres Gartens können manchmal Alternativen besser funktionieren.
Grosse Terrakotta-Pflanzkübel oder auch einfache Fässer können eine flexiblere und optisch ansprechendere Möglichkeit sein, Kräuter oder Gemüse anzubauen.
Unabhängig von der gewählten Lösung lassen sich solche Elemente durch Bepflanzung einbinden. Niedrige Kräuter wie Thymian helfen dabei, diese Elemente in den Garten zu integrieren und deren Wirkung zu mildern.
Auch die Materialwahl spielt eine Rolle.
Vorgefertigte Hochbeete bestehen oft aus Materialien, die keinen Bezug zum übrigen Garten haben. Wählen Sie nach Möglichkeit Materialien, die bereits auf dem Grundstück oder am Haus vorkommen, damit sie sich in das Gesamtbild einfügen, statt mit ihm zu konkurrieren.
5) Materialien und Farben abstimmen
Ein weiteres häufiges Problem ist fehlende Kohärenz in der Materialwahl, oft sichtbar als Mischung aus unpassenden Oberflächen.
In der Praxis sieht man häufig verschiedene Kiesarten, Platten und Oberflächen, die nicht zueinander passen.
Ein einfacher Test hilft: Betrachten Sie alles, was im Garten auf einmal sichtbar ist, und fragen Sie sich: Würde ich all das zusammen tragen? Stellen Sie sich das Haus als Körper und alles im Garten als ein Outfit vor: mit Kleidung, Schuhen und Schmuck. Wenn es als Outfit nicht funktioniert, wirkt auch der Garten uneinheitlich, ganz gleich, wie gut die einzelnen Elemente sind.
Alle Gestaltungsdetails, insbesondere der Aussenanlagen, müssen harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Sie sollten nicht wie einzelne widersprüchliche Elemente wirken, die in unterschiedliche Richtungen ziehen und jeweils ihr eigenes Thema verfolgen.
Terrassen und Sitzplätze neben dem Haus sollten sich harmonisch in den angrenzenden Innenbereich einfügen. Das bedeutet nicht, dass Materialien aus dem Innenbereich nach draussen verlagert werden müssen, sondern dass sie sorgfältig ausgewählt werden sollten, damit der Übergang natürlich wirkt und die Materialien nicht miteinander konkurrieren.
Besonders in kleineren Gärten, in denen der Aussenraum als Erweiterung des Wohnbereichs dient, sollten Innen- und Aussenmaterialien gut aufeinander abgestimmt sein.
Entscheiden Sie sich bei der Auswahl der Hardscape-Materialien immer für zeitlose statt trendorientierter Lösungen.
Gestaltungselemente wie Pflaster, Zäune und Gartenmauern, also die sogenannten Hardscape-Elemente, sind langfristige Entscheidungen. Hier sollte Zeitlosigkeit Ihre Wahl bestimmen, nicht kurzfristige Trends.
Wenn Sie etwas Verspielteres, Ausgefalleneres oder Trendigeres einbringen möchten, tun Sie dies mit kleineren, beweglichen Elementen. Gefässe, Textilien oder hübsche Laternen können Persönlichkeit einbringen, ohne dabei eine langfristige Bindung einzugehen.
Verändert sich der Geschmack, lassen sie sich problemlos austauschen oder weitergeben, ohne dass Sie es bereuen. Bei festen Materialien ist das nicht der Fall.
Seien Sie daher vorsichtig mit Trends in der Gartengestaltung, insbesondere bei befestigten Flächen.
Beläge nach zwei Jahren auszutauschen, weil sie nicht mehr gefallen, ist kostspielig und wird daher oft vermieden. Stattdessen lebt man häufig jahrelang mit einer Entscheidung, die einen nicht überzeugt, in der Hoffnung, sich daran zu gewöhnen, und mit dem Gedanken, dass Naturstein die bessere Wahl gewesen wäre.
6) Möbel und Ausstattung aufeinander abstimmen
Schauen Sie sich Ihre Gartenmöbel einmal als Ganzes an. Wirken sie wie aus einem Guss? Haben sie einen gemeinsamen Stil?
Wenn Sie einen eklektischen Mix anstreben, kann das durchaus funktionieren. Aber es muss bewusst gestaltet sein. Eine zufällige Mischung aus Farben, Stilen und Materialien ist weit weniger verzeihend, als man denkt, und prägt sofort die gesamte Wirkung des Gartens.
Es ist völlig in Ordnung, hier und da Farbe einzubringen. Ein kleines, leuchtend türkisfarbenes oder sogar gelbes Bistro-Set kann – sofern es mit der Bepflanzung harmoniert – in einer abgeschiedenen, üppig begrünten Ecke des Gartens sehr charmant und belebend wirken. Der zentrale Sitzplatz ist vielleicht nicht der beste Ort für Experimente, vor allem dann nicht, wenn sie mit der Fassade des Hauses oder den angrenzenden Innenräumen kollidieren. Ist das Haus hingegen sehr zurückhaltend gestaltet, kann ein gezielt eingesetzter Farbakzent in den Möbeln Wärme und Charakter in den Raum bringen.
Es ist auch ein weit verbreiteter Irrglaube, dass gute Möbel teuer sein müssen. Hochwertige Teakholzmöbel sind oft gebraucht erhältlich und halten jahrzehntelang. In vielen Fällen brauchen sie lediglich eine gründliche Reinigung. Unbehandelt entwickeln sie eine schöne, sanfte graue Patina, die sich wunderbar in verschiedene Stile einfügt.
Wenn es um Möbel und Ausstattung geht, ist die Oberflächenausführung genauso wichtig wie die Form. Ein Sonnenschirmstoff, der nicht zu Outdoor-Kissen oder Teppichen passt, kann schnell unharmonisch wirken. Noch auffälliger sind fest eingebaute Elemente wie Markisen oder Pergolen. Stimmen deren Farben nicht mit dem Haus, fallen sie sofort ins Auge. Solche Entscheidungen lassen sich später nur mit hohem Aufwand korrigieren und prägen den Raum häufig in die falsche Richtung.
Deshalb erstellen Designer für jedes Projekt Moodboards, in denen Haus, Materialien, Möblierung und Bepflanzung von Anfang an zu einem stimmigen Ganzen zusammengeführt werden.
Beispiel: Zwei Moodboards, die einen stimmigen Gestaltungsansatz zeigen – eines mit Fokus auf Soft Landscaping, das andere auf Hardscape.


Eine Skulptur einsetzen
Kaum etwas wertet einen Garten so unmittelbar auf wie eine schön in Szene gesetzte Skulptur.
An einem gut gewählten Standort fungiert sie als Blickfang, verleiht dem Garten das gewisse Etwas und verbindet gleichzeitig den gesamten Raum miteinander.
Eine schöne, gut platzierte Skulptur kann selbst einem einfachen Umfeld ganzjährig eine besondere Präsenz verleihen. Sie schafft etwas, worauf sich der Blick richtet, etwas, auf das man zugeht, und etwas, das den Raum verankert.
Damit das gelingt, muss sie jedoch dazugehören. Eine Skulptur darf nicht wie ein Objekt wirken, das einfach auf den Rasen gestellt wurde, aus dem Nichts herausragt oder isoliert im Raum steht. Sie braucht eine klare Einbindung.
Das kann durch eine leichte Erhöhung auf einem Sockel geschehen, durch eine feste Basis wie einen Steinsockel oder einen Holzblock oder durch eine bewusst gefasste Umgebung.
In allen Fällen wirkt eine Skulptur am besten, wenn sie von Bepflanzung eingerahmt wird, die sie prägt und ihr die Präsenz verleiht, die sie verdient.
Die goldene Regel für die Harmonisierung von Materialien ist einfach: Vereinfachen.
Reduzieren Sie die Vielfalt und überlegen Sie sich genau, wie jedes Element in den Garten passt, bevor Sie es einbringen. Ein Schnäppchen ist es selten wert, jahrelang auf etwas zu blicken, das nicht wirklich dorthin gehört. Überlegen Sie sich daher vor dem Kauf sorgfältig, wie jedes neue Element in das Gesamtbild passt.
7) Wege sind kein nachträgliches Element
Wie bei allen Aspekten der Gartengestaltung gilt auch hier: Zuerst muss geklärt werden, welche Funktion Wege erfüllen und welche Rolle sie im Gesamtkonzept spielen.
Wege lenken die Bewegungsrichtung und müssen daher irgendwohin führen. Tun sie dies nicht, wirkt das Ergebnis verwirrend und unvollendet.
Die Art und Weise, wie ein Weg verläuft, kann sehr unterschiedlich sein. Er kann uns auf dem direktesten Weg von A nach B bringen oder uns langsamer durch den Garten führen und zum Erkunden und Entdecken einladen. In jedem Fall müssen Wege mit der Gesamtgestaltung im Einklang stehen. Sie sollten niemals wie ein nachträglicher Einfall oder nur als Verbindung zwischen Funktionsbereichen oder Gartenräumen wirken. Sie sollten diese Bereiche zu einem stimmigen Ganzen verbinden.
Oft entstehen Probleme, wenn Wege erst später hinzugefügt werden, etwa dann, wenn sich zeigt, dass eine immer wieder genutzte Linie im Rasen schlammig wird.
Das Ergebnis ist genau das, was es ist: ein nachträglicher Einfall, eine nachträgliche Lösung.
Ein solcher Weg fügt sich nicht in die Gestaltung ein, fällt störend auf und wird zu einem unbeabsichtigten Element, das den Blick auf sich zieht. Stattdessen sollten Wege immer bewusst angelegt werden, sodass sie die Gestaltung unterstützen und nicht ihr widersprechen oder gegen sie arbeiten.
Wege ermöglichen es, die Nutzung und das Erleben eines Gartens gezielt zu steuern.
Ihre Gestaltung beginnt mit den richtigen Fragen:
Welche Bereiche sollen die Wege miteinander verbinden?
Welche Stimmung soll ein Weg oder bestimmte Abschnitte eines Weges vermitteln?
Wo sollen die Menschen innehalten und worauf soll sich der Blick dort richten?
Sollen Wege zügig durch den Garten führen oder eher zum langsamen Gehen einladen? Durch Gestaltung, Breite und Materialwahl steuern wir die gewünschten Effekte.
Was sollten Wege in ästhetischer Hinsicht bieten?
Welche Materialien sollten wo und warum verwendet werden (zum Beispiel würden wir in schattigen, feuchten Bereichen keine rutschigen Materialien verwenden; ebenso wenig würden wir einen Holzschnitzelweg als Hauptweg zum Garten wählen)?
Wie viele Personen sollten nebeneinander auf dem Weg gehen können?
Werden Wege auch von Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder im Rollstuhl genutzt, sollte dies bei der Breite und dem Belag berücksichtigt werden.
Soll ein Bereich grösser wirken, als er ist? Schmalere Wege mit dichter Bepflanzung können dies bewirken, indem sie den Raum zunächst optisch verengen. Tritt man anschliessend in einen offeneren Bereich, wirkt dieser im Vergleich deutlich grösser und weiter, obwohl er tatsächlich nicht besonders gross ist.
Werden Platten quer oder längs zu einem schmalen Bereich verlegt? Eine quer zur Raumrichtung verlaufende Verlegung lässt ihn breiter wirken.
Haben wir das Gefälle ausreichend berücksichtigt, damit das Wasser ablaufen kann? Wie ist die Entwässerung gelöst?
Welche Einfassung sollte für Wege verwendet werden?
8) Vorsicht bei geschwungenen Formen
Die verbreitete Annahme lautet, dass es in der Natur keine geraden Linien gibt und geschwungene Formen daher in einem Garten natürlicher wirken müssen, doch genau hier kann oft einiges schiefgehen.
Warum gerade Linien oft besser funktionieren
Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass Sie nicht in einem runden Haus wohnen. Daher fügen sich in den meisten Fällen gerade, rechtwinklige Terrassen und Beete viel harmonischer in den Raum ein als wellige, geschwungene, überladene Formen. Rechteckige Flächen wirken geerdeter und stehen in einem stimmigeren Bezug zum Haus.
Und mit der Zeit, wenn die Pflanzen wachsen und über die Ränder hinauswachsen, werden diese Linien auf natürliche Weise aufgeweicht und viel überzeugender, als wir es künstlich je gestalten könnten.
Natürlich können geschwungene Linien, wenn sie gut eingesetzt werden, harmonisch und ruhig wirken. Ihr Erfolg hängt jedoch stark davon ab, wo und wie sie verwendet werden.
Gartengestaltung beginnt beim Haus
John Brookes hat unsere Sichtweise auf Gärten nachhaltig geprägt. Er verstand sie nicht mehr nur als Orte zum Anbau von Pflanzen, sondern als nutzbare Aussenräume und als Erweiterung des Hauses.
Als „der Mann, der den modernen Garten geprägt hat“, betonte er auch die Bedeutung von Formen und Mustern, die eine direkte Verbindung zum Haus herstellen. In der Gartengestaltung zeigt sich das in klaren geometrischen Linien und einer prägnanten Struktur der Flächen.
Die Drittelregel in der Praxis
In seinen Entwürfen gliederte Brookes einen Garten in drei Teile:
das erste Drittel,
das zweite Drittel,
und das letzte Drittel.
Das erste Drittel, das dem Haus am nächsten liegt, leitet sich in seiner Gestaltung unmittelbar aus der Architektur des Gebäudes ab. Es überträgt die Architektur des Gebäudes auf die Gestaltung von Terrassen, Wegen und Platzflächen. Es ist in der Regel schlicht gehalten, mit geraden Linien, die sich an der Architektur, am Grundriss und an der Formensprache des Hauses orientieren.
Dann verzweigt sich der Garten in das zweite Drittel, wird zunehmend informeller und beginnt, sich aufzulockern. Linien erstrecken sich in den Garten hinein, oft rechtwinklig, bevor sie sich zu breiteren Formen öffnen. Hier tauchten geschwungene Linien auf, und die Bepflanzung löst sich von strenger Ordnung. Im Grundriss entsteht eine klare Struktur, die sich durch geformte Rasenflächen, Mauern, Hecken oder Pflanzbeete betonen lässt.
Die Bepflanzung geht dann allmählich in ein wilderes, naturalistischeres Erscheinungsbild über, während wir uns dem letzten Drittel des Gartens nähern.
Im letzten Drittel, mit zunehmender Entfernung vom Haus, sowohl räumlich als auch optisch, verändert sich die Gestaltung weiter.
Gerade in grösseren Gärten arbeiten wir hier verstärkt mit geschwungenen Formen. Dabei binden wir die Gestaltung nach Möglichkeit in die Umgebung ein, nutzen Ausblicke und arbeiten mit der weiteren Landschaft zusammen.
Auf möglichst praktische Weise gibt uns die Drittelregel vor, welche Formen wir in welchen Bereichen des Gartens einsetzen sollten und welche Materialien und Bepflanzungen für optimale Ergebnisse verwendet werden sollten.
Kleine Gärten: Die Drittelregel ist weniger deutlich ausgeprägt
In kleinen Gärten ist die Drittelregel weniger deutlich erkennbar, da der begrenzte Raum die vollständige Ausprägung des letzten Drittels einschränkt. Häufig bleibt wenig oder gar kein Platz für Rasen, geschweige denn für Wiesenflächen. In Innenhofgärten lassen sich zudem kaum Ausblicke einbeziehen, sodass sich diese Auflockerung meist über die Bepflanzung in den hinteren Gartenbereichen ausdrückt.
Warum kleine, unruhige Kurven nicht funktionieren
Wenn geschwungene Linien verwendet werden, müssen sie grosszügig sein.
Vermeiden Sie enge, nervöse, unruhige Linien. Drängen Sie nicht mehrere Biegungen auf kurzer Strecke. Lassen Sie die Kurven weit und ruhig sein, organisch und sanft durch den Raum verlaufen. Es geht nicht darum, künstlich Bewegung zu erzeugen, sondern einen Garten zu schaffen, der sich harmonisch und angenehm anfühlt.
Kleine wackelige und gewundene Kurven, wie man sie oft an den Einfassungen zwischen Rasen und Blumenbeeten oder Terrassen sieht, haben mit einem Gefühl von Ruhe und Raffinesse wenig zu tun.
Wenn Beete gut gestaltet, grosszügig angelegt und auf ganzjährige Attraktivität ausgelegt sind, sehen sie zu jeder Jahreszeit gut aus. Im Winter jedoch treten ihre Struktur und Form besonders deutlich hervor. Hier halten starke, einfache Linien das Design zusammen. Kleine, unruhige Kurven tun das nicht.
Was im Sommer akzeptabel wirkt, erscheint im Winter oft unharmonisch, wenn all diese gewundenen, ungleichmässigen Kurven hervorstechen und deutlich sichtbar werden.
Jede Linie, die wir im Garten einführen, ob als Beeteinfassung, Weg oder Mauer, stellt eine Beziehung zum Haus her. Diese Linien müssen klar und stark genug sein, um für sich zu bestehen, und zugleich einen Bezug zur Architektur herstellen.
Wenn geschwungene Linien zu nah am Haus eingesetzt werden, bricht diese Beziehung häufig auf. Die Bepflanzung muss dann deutlich mehr leisten, um den Übergang zu mildern, und in den meisten Gärten ist die Bepflanzung einfach nicht kräftig genug, um dies gut zu bewältigen.
9) Höhe einbringen
Der Aussenraum wird durch drei Ebenen definiert:
die Grundebene,
die vertikale Ebene,
und die obere Ebene.
Durch die vertikale und die obere Ebene bringen wir Höhe in einen Raum.
Zur vertikalen Ebene zählen Hausfassaden, Gartenmauern, Zäune sowie Bäume und Sträucher. Sie beeinflusst unmittelbar, was wir sehen und wie viel Privatsphäre wir empfinden. Über sie wird gesteuert, was sichtbar ist und was verborgen bleibt. Gleichzeitig dient sie dazu, den Blick zu lenken, gewünschte Ausblicke zu rahmen und weniger attraktive Bereiche abzuschirmen.
Die obere Ebene wird durch Spaliere, Lauben, Pergolen, Baumkronen und den Himmel gebildet. Sie erfüllt zwei wesentliche Funktionen. Sie steuert die Menge und Qualität des in den Raum einfallenden Lichts und beeinflusst massgeblich die wahrgenommene Grösse und den Masstab des Gartens.
Ein Garten wirkt angenehm und stimmig, wenn alle drei Ebenen berücksichtigt werden und in ausgewogenem Zusammenspiel stehen.
Zu viele Gärten werden fast ausschliesslich auf der Grundebene gestaltet, ohne die anderen Ebenen zu berücksichtigen.
Wie würde sich ein Raum anfühlen, der nur aus Boden und etwas Möblierung besteht, aber weder Wände noch Decke hat?
Ausgesetzt? Unbehaglich? Nicht ganz stimmig? Ein solcher Raum wirkt weder ruhig noch vollständig. Das Gleiche gilt für einen Garten.
Wir brauchen die vertikale Ebene und die obere Ebene, da beide entscheidend dafür sind, wie wir uns im Garten fühlen. Wir möchten uns geborgen, geschützt und entspannt fühlen. Fehlen diese Ebenen, fehlt etwas Wesentliches.
Diese Elemente prägen unsere Wahrnehmung von Massstab, Grösse und Atmosphäre eines Gartens. Pergolen, Lauben und Bögen verleihen einem Garten so viel Reiz, Tiefe und Struktur sowie eine besondere Qualität. Sie verbinden Bereiche und Gartenräume auf selbstverständliche Weise und schaffen klare Übergänge.
Und es ist jedes Mal ein wunderbares Gefühl, durch eine blühende Rosenlaube zu schlendern. Das Erlebnis, das dadurch entsteht, die Atmosphäre, die Emotionen, all das ist eine so wertvolle Bereicherung für einen Garten, und doch wird es noch viel zu selten genutzt.
Es muss dabei nicht kompliziert sein. Eine einfache, moderne Pergola mit zwei Pfosten und einem klaren Balken kann bereits einen riesigen Unterschied machen und dem Garten das ganze Jahr über Struktur, Präsenz und Spannung verleihen
10) Bäume und grössere Sträucher pflanzen
Ein gut gewählter und richtig platzierter Baum leistet einen enormen Beitrag zu einem Garten. Er verändert, wie wir den Raum wahrnehmen und uns fühlen, wenn wir den Garten betrachten und durch ihn gehen.
Jeder Garten braucht einen Baum oder zumindest einen grösseren Strauch. Und dennoch bleiben viele Gärten ganz ohne ein solches Element.
Dafür gibt es selten einen guten Grund. Wenn ein Garten wirklich keinen Platz für einen kleinen Baum oder einen höheren Strauch bietet, ist er wahrscheinlich auch zu klein, um Menschen Platz zu bieten.
Ein Baum muss nicht gross sein. Es kann auch ein zurückhaltendes, etwa drei Meter hohes Exemplar sein, das sorgfältig ausgewählt wurde, um sich der Grösse des Raums anzupassen.
Wo die Einschränkungen noch grösser sind und eine Pflanzung im Boden nicht möglich ist, zum Beispiel über einer Tiefgarage mit begrenzter Bodentiefe oder auf einer Terrasse, kann ein gut ausgewählter mehrstämmiger Strauch in einem grosszügigen Pflanzkübel dieselbe Rolle übernehmen. Was zählt, ist nicht die Grösse, sondern die Präsenz.
Bäume sollten mit grosser Sorgfalt ausgewählt werden. Fehler passieren hier schnell und zeigen sich oft in Bäumen, die unpassend im Raum stehen, den Massstab stören, ihrem Standort entwachsen, dort Licht nehmen, wo es gebraucht wird, und eher herausstechen, als sich einzufügen.
Bevor entschieden wird, welcher Baum oder grösserer Strauch gepflanzt wird, sollte klar sein, welche Rolle er in der Gestaltung erfüllen soll, wie er zum Gesamtstil passt und ob er unter den gegebenen Bedingungen gut gedeiht.
Soll er einen Ausblick einrahmen, Schatten spenden, Privatsphäre schaffen oder als Blickpunkt wirken? Und ebenso wichtig: Ist die gewählte Art in der Lage, diese Funktion über das ganze Jahr hinweg zu erfüllen?
Die folgenden Fragen helfen, die Auswahl einzugrenzen:
Wie viel Platz steht uns zur Verfügung?
Unter welchen Bedingungen wird der Baum wachsen (Bodenart, Klima, Sonne oder Schatten, Wind)?
Ist der Baum zuverlässig oder anfällig für Krankheiten?
Wie schnell soll der Baum wachsen?
Wie viel Pflege sind wir bereit zu leisten?
Trägt der Baum zur räumlichen Struktur des Gartens bei?
Soll er als Blickpunkt wirken?
Soll er Sichtschutz bieten oder Ausblicke abschirmen?
Soll er immergrün sein?
Wie dicht soll die Krone sein? Ist dichter Schatten gewünscht oder eher ein leichter, gefilterter Lichteinfall?
Soll der Baum über das ganze Jahr hinweg gestalterisch interessant sein?
Welche Form oder Wuchsform suchen wir und warum?
Passen Rinde, Textur, Laub oder Blüten zum Gesamtkonzept der Bepflanzung?
Soll der Baum oder der Strauch essbare Früchte tragen?
Gelingt das, kommt der Garten zur Ruhe und fügt sich harmonisch ein. Die Grössenverhältnisse stimmen, die Proportionen wirken ausgewogen, der Raum gewinnt an Struktur und die Bepflanzung findet einen passenden Rahmen.
Man erkennt die richtige Entscheidung daran, dass der Baum nicht wie ein nachträglicher Einfall wirkt, sondern so, als wäre er schon immer Teil des Gartens gewesen.
Siehe auch: 10 häufige Fehler bei der Bepflanzung



