Gartengestaltung ist mehr als nur Bepflanzung
- 15. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. März

Gartengestaltung, oft auch als Gartendesign bezeichnet, wird oft auf die Bepflanzung reduziert. In Wirklichkeit ist die Bepflanzung nur ein Teil eines wesentlich grösseren Prozesses. Pflanzen sind ein wichtiger Bestandteil, bleiben aber nur eine Komponente innerhalb eines umfassenderen Gestaltungsrahmens.
Ein gut gestalteter Garten beginnt mit dem Raum. Er berücksichtigt, wie Menschen sich bewegen, wo sie sich aufhalten, wie das Haus mit der Landschaft in Beziehung steht und wie sich der Garten anfühlt. Pflanzen spielen dabei eine wichtige Rolle, aber sie unterstützen eine Struktur, die bereits sorgfältig entworfen wurde.
Man kann es sich ähnlich wie beim menschlichen Körper vorstellen: mit starken Knochen und gut ausgebildeten Muskeln. Gartendesign bildet gewissermassen das Skelett, während die Bepflanzung die Muskeln darstellt. Das Design gibt den Pflanzen einen Ort, an dem sie wirken können, und die Möglichkeit, wirklich zu glänzen.
Die Rolle der Gartengestaltung
Bei der Gartengestaltung geht es darum, Räume so zu gestalten, dass sie sowohl schön als auch funktional sind. Es geht darum, die Art und Weise zu verbessern, wie Menschen ihren Aussenraum erleben und nutzen.
Erst durch Gestaltung erhält die Landschaft Struktur. Sie verbindet den Garten mit der Architektur des Hauses und schafft Räume, die die Lebensweise der Menschen unterstützen.
Gartengestaltung beginnt mit dem Raum
Jeder Garten beginnt als Ort mit seinen eigenen Gegebenheiten. Ausrichtung, Sonneneinstrahlung, Wind, Gefälle, bestehende Ausblicke, visuelle Störungen oder sogar unschöne Blickpunkte beeinflussen, was möglich ist und wo der gestalterische Fokus liegen sollte.
Lange bevor über die Bepflanzung nachgedacht wird, untersucht der Designer zunächst den Raum selbst.
Wo sollte man den Garten betreten?
Wo sollten Menschen zusammenkommen?
Wie werden sie ihre Zeit im Garten verbringen?
Und werden auch ihre Haustiere den Garten geniessen?
Welche Bereiche sollten offen wirken und welche eher geschützt sein?
Aus gestalterischer Sicht besteht der Garten aus Räumen, die durch drei Ebenen definiert sind: die Bodenebene, vertikale Elemente wie Mauern oder Bepflanzungen und die obere Ebene, die durch Bäume, ihre Kronen oder den Himmel selbst gebildet wird.
Wenn diese Elemente durchdacht angeordnet sind, wirkt ein Garten strukturiert und bewusst gestaltet, statt zufällig.
Der Garten als Komposition von Aussenräumen
Menschen erleben Gärten nicht als abstrakte Pläne. Sie erleben sie als Orte, die Emotionen vermitteln und unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Für Gartenbesitzer, die sich vorstellen möchten, was sie sich von ihrem Garten wünschen, kann es sehr hilfreich sein, sich den Garten als eine Reihe von Räumen oder Aktivitätszonen vorzustellen.
So wie ein Haus aus einem Wohnzimmer, Fluren, Schlafzimmern und anderen Räumen besteht, ist auch der Garten letztlich in Bereiche für Empfang, Essen, Geselligkeit oder Erholung unterteilt.
Bei der Gestaltung solcher Aussenräume muss besonders darauf geachtet werden, wie die einzelnen Bereiche zueinander in Beziehung stehen. Sie sollten miteinander verbunden wirken und ein harmonisches Ganzes bilden.
In vielen Fällen werden Aussenräume jedoch lediglich als Elemente auf einem Bubble-Diagram behandelt, die Designer einfach abhaken wollen, ohne ausreichend über Bewegung, Balance, Einheit, Massstab oder Harmonie nachzudenken.
Werden diese Bereiche zu stark voneinander abgegrenzt oder miteinander schlecht verbunden, verliert der Garten schnell sein Gefühl der Einheit.
Heute sind Aussenräume nur selten vollständig von Mauern umschlossen, zumindest nicht in derselben Weise wie Innenräume.
Stattdessen werden sie häufig subtiler und eleganter definiert, etwa durch unterschiedliche Beläge, Bepflanzung oder Höhenunterschiede, aber auch durch Hecken, Skulpturen, eine Abfolge grosser Pflanzgefässe oder, ja, manchmal auch durch Gartenmauern.
Ganz praktisch kann es so aussehen
Eine Terrasse, die zum Wohnzimmer im Freien wird.
Eine Rasenfläche, die als offener zentraler Raum dient.
Eine schattige Ecke unter Bäumen, die zum Rückzugsort vom Alltag wird.
Wie auch immer wir diese räumliche Anordnung bezeichnen mögen, ob Räume, Zonen oder Bereiche, sie existieren, um Menschen zu dienen und den Garten zu einem komfortablen, einladenden Ort zu machen, an dem man sich gerne aufhält.
Im Kern basiert die Gartengestaltung auf einer einfachen Idee: Gute Gestaltung sorgt dafür, dass Raum Sinn ergibt.
Und vor allem sorgt ein gutes Gartendesign dafür, dass diese Räume so angeordnet sind, dass sie verbunden, stimmig und ausgewogen wirken, anstatt über das Grundstück verstreut zu sein, als wären sie zufällig vom Himmel gefallen und dort gelandet, wo es ihnen gerade passte.
Um zu sehen, wie diese Prinzipien echte Gärten prägen, lesen Sie unseren ergänzenden Artikel: Wie gutes Gartendesign funktioniert: Struktur, Bewegung und Atmosphäre.
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